Ausstellungstipps im April

Kunst von und für Kinder – der April hält wieder ein tolles kulturelles Programm bereit. Wir haben für euch die schönsten Ausstellungen in unseren Tipps zusammengefasst.

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RaumErfinder © Ines Grabner

In unseren Ausstellungstipps stellen wir euch die schönsten Ausstellungen des Monats vor. Diesmal mit Kunstprojekten von Kindern für Kinder und Familien, aber auch mit klassischem Impressionismus.

 

ME COLLECTORS ROOM: Picha/Bilder – Zwischen Nairobi und Berlin

Ausstellung für Kinder und Familien in Berlin: Picha Nairobi © One Fine Day e.V.

Die neue Ausstellung des me Collectors Room zeigt die Ergebnisse eines großartigen Projekts des One Fine Day e.V. im größten ostafrikanischen Slum Kibera.

Der Verein wurde 2008 von Marie Steinmann-Tykwer und ihrem Mann Tom Tykwer ins Leben gerufen, um afrikanischen Kindern die Möglichkeit zu geben einen Zugang zur Kunst zu finden.
Was hier zu Lande als selbstverständlich angesehen wird, ist für Kinder aus afrikanischen Slums ein großes Ereignis. Bereits seit den 1990er Jahren gibt es in Afrika keine künstlerischen Einheiten mehr in den Lehrplänen.

Ausstellung für Kinder und Familien in Berlin: Picha/Nairobi © me Collectors Room, Foto Lidia Terri | HIMBEER Magazin

Seit 2014 schickt der Verein verschiedene Berliner KünstlerInnen nach Kibera und Mathare, die vor Ort mit den kenianischen Kindern über fünf bis sechs Tage tolle Workshops veranstalten. Der Zugewinn liegt dabei auf beiden Seiten, denn die KünstlerInnen nehmen das Projekt als Inspirationsquelle. Die daraus entstandenen Werke der Kinder sowie die davon inspirierten Werke der Berliner KünstlerInnen werden nun in der Ausstellung präsentiert.

Das Besondere an dieser Ausstellung – wer Gefallen an den Werken gefunden hat, kann diese auch erwerben. Die Einnahmen kommen dabei dem One Fine Day e.V. zugute.

Text: Juliane Jacoby

04.03.-04.06.2017, me Collectors Room, Auguststr. 68, 10117 Berlin, www.me-berlin.de

 

BARBERINI MUSEUM: Eröffnungsausstellungen

Ausstellung für Kinder und Familien in Potsdam: Impressionismus. Die Kunst der Landschaft, © Museum Barberini, Foto: Helge Mundt | HIMBEER Magazin

Nur zehn Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt befindet sich in der historischen Mitte Potsdams der Alte Markt mit dem seit Januar eröffneten Barberini Museum. Der Sammler und SAP-Mitbegründer Hasso Plattner hat das zerstörte barocke Palais Barberini wieder aufbauen lassen und Potsdam eine zweite Bildergalerie geschenkt. Die Eröffnungsausstellungen mit Leihgaben aus Privatsammlungen und Museen umfassen die „Klassiker der Moderne“ und ganz groß den „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“.

An einem sonnigen März-Tag mache ich mich mit der Bahn auf den Weg nach Potsdam. Ein bisschen hatte ich Angst vor dem schon in der Presse angeführten Hype um das Museum und den dementsprechend zu erwartenden Publikumsmassen. Als ich am Museum ankomme, finde ich dies leider auch bestätigt, die Schlange vor dem Gebäude ist nicht gerade kurz, aber ein vorab gebuchter Timeslot führt mich schnell und unkompliziert in das elegante Gebäude. Das Personal ist sehr bemüht, die vielen kunstbeflissenen MuseumsbesucherInnen mit all ihren Nöten um eine Eintrittskarte freundlich zu begrüßen und schnell ist so mancher Ärger verflogen. Jetzt hurtig zu den Werken von Liebermann, Kandinsky, Monet, Renoir, Sisley, Pissaro....

Immerhin gibt es vier Seerosenbilder Monets im Original zu sehen und die Begeisterung stellt sich schnell ein: Die Abstraktion der Farbflecke, die Leichtigkeit der Malerei, das Offene – ich bin fasziniert von der „Malerei des Augenblicks“ und entdecke, auch wenn die Werke der Impressionisten zu Hauf verkitscht auf Tassen und ähnlichem Nippeskram vermarktet werden, es lohnt sich immer wieder diese Klischeebilder abzuschütteln und sich für die Originale auf den Weg in ein Museum zu machen. Zumal hier das Barberini Museum auch architektonisch ein Genuss ist. Die Besucher bewegen sich durch großzügige Räume mit tollen Sichtachsen, Ausblicke auf die Schinkel’sche Nikolaikirche auf der einen Seite und zur Havel auf der anderen lassen staunen.

Ausstellung für Kinder und Familien in Berlin: Impressionismus. Die Kunst der Landschaft, © Museum Barberini, Foto: Helge Mundt | HIMBEER Magazin

Mit Barberini Kids und „Barberini Familiy“ hat sich die Museumsleitung von Beginn an auch die Belange von Familien auf die Fahne geschrieben. Kinder werden zum Kunstguide und erklären auf Augenhöhe anderen Kindern ihre Lieblingswerke oder schwingen im Atelier den Pinsel, während die Eltern in der Zwischenzeit an einer Führung teilnehmen. Junge Eltern können mit ihren Babys in entspannter Atmosphäre an einem Kunstgespräch teilnehmen. Leihbuggbys stehen zur Verfügung. Neben den buchbaren Angeboten bietet das Museum Barberini einen Kinder-Audioguide als App oder auf Leihgeräten.

Wird der Bewegungsdrang der Kleinen zu groß, bietet die Lage des Museums zur gegenüberliegenden Freundschaftsinsel mit viel Grün einen idealen Platz um nach dem Besuch dort noch eine Toberunde einzulegen. Mein Résumé:  Nicht dass es Potsdam an schönen Stellen mangeln würde – aber ein Ausflug zum Barberini-Museum sollte auf alle Fälle mit auf die Liste!

Text: Gabriele Boulanger

Museum Barberini,  Alter Markt, Humboldtstr. 5-6, 14467 Potsdam, www.museum-barberini.com

 

Ausstellung für Kinder in Berlin: RaumErfinder im KinderKünsteZentrum Berlin | HIMBEER Magazin

KINDERKÜNSTEZENTRUM: RaumErfinder

Angekommen in der ehemaligen Volksbibliothek, direkt hinter dem Stadtbad Neukölln, begeistert das KinderKünsteZentrum mit einer fantastischen Ausstellung rund um das Thema Raum. Das Besondere am Kinder Künste Zentrum: Die hier ausgestellten Werke sind komplett von Kitakindern selbst erstellt.

Im Rahmen der Vorbereitungen der Ausstellung erarbeiteten sechs Kitagruppen mit verschiedenen KünstlerInnen über zwölf Wochen zusammen tolle Werke zur Thematik Raum. Was ist ein Raum und wo gibt es überhaupt Räume? Zusammen erforschten die Kinder die Räume ihrer Kita und deren Umgebung und machten eine Menge Entdeckungen. Im Anschluss bauten sie ihre eigenen Räume nach ihren Bedürfnissen mit zahlreichen verschiedenen Baumaterialien.

In der Ausstellung werden die Ergebnisse präsentiert. So kann man Räume finden, die sich von unten nach oben und wieder zurück bewegen lassen oder ein Feenhaus, das durch seine Optik verzaubert. Es gibt auch eine Papierhöhle, in der verschiedene Objekte hängen. Leuchtet man diese mit den vorhandenen Taschenlampen an, verändert sich der Raum durch seine Schatten. Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken, wie zum Beispiel eine Höhle gebaut aus ausgestopften Nylonstrumpfhosen. Mitmachen und ausprobieren ist hier definitiv erwünscht.

Mein besonderes Highlight war ein Woll-Spinnennetz, das sich im Laufe der Ausstellung stetig durch Kinderhand vergrößert. Hier können die Wollfäden durch den ganzen Raum gespannt werden.

Ausstellung für Kinder in Berlin: RaumErfinder im KinderKünsteZentrum Berlin | HIMBEER Magazin

Speziell am Wochenende bietet das KinderKünsteZentrum für Besucherfamilien tolle Projekte an. So ist jeden Sonntag ein/e KünstlerIn vor Ort und veranstaltet ein Projekt rund um das Thema Raum.

Wer schon mal vor Ort ist, erreicht nach einem kurzen Fußweg in der Karl-Marx-Straße 95 eine weitere Ausstellung des KinderKünsteZentrums: die Wanderausstellung KinderKünsteMobil. Noch bis zum 26. April 2017 werden hier die Werke eines Projekts mit Kindern mit Fluchterfahrung und ihren Familien aus sechs Berliner Notunterkünften ausgestellt.

Text: Juliane Jacoby

15.02.-28.05.2017, KinderKünsteZentrum, Ganghoferstr. 3, 12043 Berlin, www.kinder-kuenste-zentrum.de

Bildnachweise: © One Fine Day e.V., © me Collectors Room,  Foto: Lidia Tirri, © Museum Barberini, Foto: Helge Mundt, © Museum Barberini, Foto: Helge Mundt, © KinderKünsteZentrum, © Ines Grabner

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