Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Andreas Dresen hat einen echten Kinderklassiker verfilmt. Timm Thaler oder das verkaufte Lachen ist ab dem 02.02.2017 im Kino zu sehen. HIMBEER hat sich mit Arved Friese, dem Hauptdarsteller des Films getroffen.

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Auf der Pferderennbahn © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

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Eine Wette wird abgeschlossen © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

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Das verhängnisvolle Angebot © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

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Im Grandhotel © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

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Timm und Ida © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

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Timm und der Baron © 2016 Constantin Film Verleih GmbH/Gordon Mühle

TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN

Wohl jeder kennt die berühmte Geschichte Timm Thalers des Kinderbuchautoren James Krüss, hat entweder das Buch gelesen oder die ZDF - Serie gesehen. Andreas Dresen hat den Klassiker fürs Kino adaptiert und das mit Starbesetzung. Wir hatten das Glück, dass wir uns mit Arved Friese, dem jungen Hauptdarsteller des Films, treffen durften und er uns einiges über sich und die Produktion erzählt hat.

An einem grauen Nachmittag Mitte Dezember findet das Interview im Hotel de Rome in Berlin statt.
Arved Friese spielt Timm Thaler im Film "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen", der am zweiten Februar ins Kino kommt. Für den Film wurde ein Hauptdarsteller gesucht, der ein schönes Lachen besitzt, sowie eine gewisse Ernsthaftigkeit und emotionale Tiefe in sich trägt. All das brachte der bei den Castings zwölfjährige Arved mit. Inzwischen ist der am Rand Stadtrand von Berlin lebende Achtklässler 14 Jahre alt.

Nachdem Arved in der Komödie "Der Nanny" (2015) Matthias Schweighöfers Filmsohn spielte, ist Timm Thaler sein erster großer Kinofilm. Auf die Frage, ob sich das nicht ein bisschen komisch anfühlt, sein Gesicht überall zu sehen, antwortet er: "Ja, es laufen jetzt langsam Trailer und Teaser auf YouTube an und es hängen schon Plakate. Ich selbst finde, das ist mehr wie eine neue Erfahrung, so als wenn man etwas Neues erleben würde, wenn man z.B. zum ersten Mal Skifahren geht, es ist mehr so ein Gefühl. Wie eine Entdeckung könnte man sagen. Fühlt sich toll an."

Timm Thaler oder das verkaufte Lachen spielt in einer fiktiven Stadt der 1920er Jahre. Die Geschichte handelt von dem in ärmlichen Verhältnissen aufwachsenden Timm, der ein wunderschönes Lachen besitzt. Er geht gerne mit seinem Vater (Bjarne Mädel) auf die Pferderennbahn und schließt dort Wetten ab. Ida (Jule Hermann) ist Timms beste Freundin.
Timms Leben scheint eigentlich ganz in Ordnung jedoch stellt ihm sein Vater eines Tages seine neue Frau vor. Lydia (Steffi Kühnert) zieht mit ihrem Sohn bei den Thalers ein. Die neuen Familienmitglieder können Timm nicht leiden und die Situation zuhause verschlimmert sich drastisch, nachdem sein Vater stirbt. Timm möchte unbedingt einen Grabstein für seinen Vater kaufen und so begibt er sich erneut auf die Pferderennbahn um Geld aufzutreiben. Dort macht ihm ein geheimnisvoller Mann, der sich als der reiche Baron Lefuet (Justus von Dohnányi) entpuppt, ein unmoralisches Angebot. Timm könnte jede Wette gewinnen und somit das große Geld machen, im Tausch gegen sein Lachen. Wenn Timm jedoch einmal eine Wette verlieren sollte, würde er sein Lachen zurückbekommen. Timm traut seinen Ohren kaum, willigt jedoch am Ende ein. Anfänglich verläuft für Timm alles gut und er ist glücklich über das viele Geld das er gewinnt, aber schnell merkt er, dass sich wichtige Menschen in seinem Leben von ihm abwenden.
Währenddessen übt Baron Lefuet, wie er mit Timms Lachen zu noch mehr Reichtum gelangen kann. Er beruft die seltsamen aber im Grunde freundlichen Gestalten Behemoth (Axel Prahl) und Belial (Andreas Schmidt) zu seinen Assistenten. Sie sollen ihn über Timm auf dem Laufenden halten. Damit sie nicht auffliegen, verwandelt Lefuet sie in Ratten. Timms Leben hat sich unterdessen nur verschlechtert und er beschließt im luxuriösen Grand Hotel nach einer Stelle zu fragen. Vor Ort lernt er den gutmütigen Bartender Kreschimir (Charly Hübner) kennen. Sie werden Freunde und er fängt als Liftboy im Hotel an. Unterdessen macht sich Ida Vorwürfe, dass sie an dem Fortgang von Timm Schuld ist und der hinterhältige Baron, stattet ihr einen Besuch ab. Er redet ihr ein, Timm würde sie nicht mehr mögen, da sie einen Klumpfuß hat und er bietet ihr zwei gesunde Füße an, im Tausch gegen ihre großen, blauen Augen. Ida willigt ein. Derweil wünscht sich Timm sein Lachen zurück und da er nicht weiß, wie er den Baron erreichen soll, wettet er ihn ins Grand Hotel. Der Baron, samt seinen Vertretern aus aller Welt, trifft zu einer großen Konferenz ein. Timm äußert seine Bitte, die natürlich verwehrt wird und bemerkt, dass der Baron Idas Augen hat.
Auch Kreschimir kommt hinter Timms Geheimnis. Er schmiedet einen Plan. Wenn Timm wetten würde, dass er der reichste Mann der Welt sei, müsste er sein Lachen zurück erhalten, da dies ja ein Ding der Unmöglichkeit wäre. In der darauffolgenden Nacht wird Timm zur Residenz des Barons eskortiert. Er sei der Alleinerbe, des kürzlich verstorbenen Baron Lefuet und somit der reichste Mann der Welt. Kurz darauf, steht der teuflische Lefuet jedoch quicklebendig vor Timm. Er gibt sich als Zwillingsbruder des Barons aus und möchte Timms Vormund werden, mit ihm eine Weltreise machen und führt ihn in seine dunklen Pläne ein die Welt zu beherrschen. Mit einem großen Benefiz Pferderennen will er sich von seiner Heimatstadt verabschieden. Kreschimir und Ida haben andere Pläne, sie möchten Timm aus den Fängen des Barons befreien und ihn wieder zu dem Timm machen, der er vorher war.
Die Situation gipfelt in einem spektakulären, gruseligen Kampf um Timms Lachen und letztendlich auch um seine Seele.
Kein Wunder, dass Lefuet rückwärts Teufel bedeutet...

Es ist wirklich erstaunlich, dass so ein fröhlicher Junge wie Arved, 80% des Films über nicht einmal schmunzeln durfte. Auf die Frage, ob das nicht ziemlich schwer war, antwortet er: "Ja das stimmt. Ich musste wirklich viel mit der Mimik machen. Dabei war es zum Beispiel schwer, mit dem Gesichtsausdruck und den Augen zu arbeiten. Allerdings fand ich die Herausforderung dabei auch echt toll. Das hat wirklich Spaß gemacht." Hätte Arved in Timms Situation, er ist arm, möchte aber unbedingt einen Grabstein für seinen verstorbenen Vater kaufen, ähnlich gehandelt und das Angebot des bösen Barons angenommen? Darauf antwortet er: "Da Timm selbst und auch wegen dem Baron Lefuet kaum noch etwas zu lachen hatte, hat der Baron natürlich auch in einer gewissen Hinsicht recht mit dem Angebot und ich glaube, dass das für ihn auch ein kleiner Ansporn war. Timm dachte sich; hey, ich brauch Geld für meinen Vater, für den Grabstein, das ist das Letzte was ich ihm bieten kann und ja, ich glaube das ist ganz gut so."
Wunderschön am Timm Thaler Film, sind mitunter die liebevoll gestalteten Sets. Bunt, märchenhaft und verspielt. Mit die eindrucksvollsten Szenen spielen im Grand Hotel, in das sich Timm begibt um der traurigen Realität zu entfliehen. Arved sagt zu der Frage, ob die schön gestaltete Szenerie sowie die Kostüme nicht eine richtige Magie ausstrahlt und eine tolle Arbeitsatmosphäre verbreitet haben; "Das Grand Hotel, was ja eigentlich das Amtsgericht in Berlin ist, wurde komplett umgebaut. Wenn man herein gekommen ist, auch wenn überall moderne Sachen rumstanden wie zum Beispiel eine Kamera oder irgendein Lichtpfeiler rumgetragen wurde, hat man sich wirklich wie in einer anderen Welt gefühlt, es war einfach so eine tolle Atmosphäre, auch wegen der großen Glasdecke, die das Licht reinfallen lassen hat. Das fand ich wunderschön."

Andreas Dresen sagt über seinen Film: "Es ist eine Auseinandersetzung mit der wichtigen Frage: Was bin ich bereit, für meine Sehnsüchte nach Wohlstand zu opfern? Welchen Preis zahlen wir in einer Welt, die nur noch auf Profit und Reichtum aus ist? Der Film behandelt ein ernstes Thema, auch wenn es in einem unterhaltsamen und leichten Gewand daherkommt."

Kinobesucher können sich auf einen zauberhaften, abenteuerlichen, etwas unheimlichen und zum Nachdenken anregenden Film für Jung und Alt freuen.

Text und Interview: Lola Grunert 

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