Herrentorte, Jazz und Lach-Bauchschmerzen

„240 Years of Singende Herrentorte“ heißt Helge Schneiders diesjährige Sommertournee; am 14. Juli spielt er in Berlin. HIMBEER war mit ihm vorab auf Kaffeefahrt durch Charlottenburg. Bei leckerer Herrentorte erinnert sich Helge an seine Hauptstadt-Auftritte vor 30 Jahren, erzählt, dass er manchmal missverstanden wird und warum Eltern mit ihren Kindern zu seinen Konzerten kommen sollen.

Helge-Schneider

© Till Oellerking

Helge O-Ton: Wo ist denn eigentlich die Waldbühne?

Aber wir sind doch gerade erst losgefahren. Ein Bus voller Journalisten und Helge am Mikro, der den Reiseleiter gibt. Wir sind auf Kaffeefahrt mit einem Künstler, der bereits seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne steht. Wer ihn schon mal live gesehen hat, weiß: Die Mischung aus Humor, Ernsthaftigkeit und einem unglaublichen Musiktalent, das schafft nur Helge. „Es ist nicht so, dass ich mir bunte Sachen anziehe und mit einem Witz auf die Bühne komme“, stellt er klar. „Im Gegenteil. Das wird ja oft falsch verstanden. Ich werde manchmal zu Comedy-Shows eingeladen, da gehe ich gar nicht hin, ich möchte nicht in diesem Sinne lustig sein und sagen: Das ist jetzt der Witz.“

Die Kunst der Improvisation gehört zu Schneiders Konzerten genauso wie die Jazzmusiker-Crème de la Crème und ein vor Lachen schmerzender Bauch. „Am schönsten für mich ist es, wenn ich vorher wirklich nicht weiß, was kommt. Frei auf die Bühne zu gehen, frei zu entscheiden“, sagt Schneider, der mehr als zehn Instrumente spielt.


Ziemlich lässig: Foto-Shooting in der Waldbühne

 

Helge O-Ton: Heizdecken-Vertreter

Wir sind auf dem Weg zur Waldbühne, wo Helge Schneider am 14. Juli auf seiner Sommertournee Halt machen wird. Vor knapp 20 Jahren hat er in dem Amphitheater das letzte Mal gespielt, obwohl Berlin schon seit mehreren Jahrzehnten fester Tour-Bestandteil ist. Gern erinnert er sich an die Anfänge, als es hier noch Bühnen wie das Quartier Latin gab: „Das waren Initiativen von Menschen, die wirklich mit viel Liebe Theater und Musik gemacht haben. Diese privaten Veranstaltungsstätten wurden dann irgendwann weg renoviert.“ Die letzten Jahre trat Helge Schneider deshalb meist im Tempodrom auf. Dieses Jahr soll es mal wieder Open Air sein.


Waldbühnen-Panorama mit Fotografen-Auflauf

 

Helge O-Ton: Reiseleitung Schneider

Der Bus schiebt sich durch den Berliner Verkehr. In der Waldbühne soll gleich noch ein großes Fotoshooting mit Helge stattfinden. Im Juli dann die große Show. Und die ist nicht nur für Erwachsene. Im Gegenteil – Helge selbst findet es gut, wenn viele verschiedene Altersgruppen zu seinen Konzerten kommen: „Kinder verstehen meistens mehr als Erwachsene, weil sie unvoreingenommen Dinge aufnehmen. Ich freue mich darüber, wenn sie im Publikum sind – auch Säuglinge.“

Kinderlieder gibt es nicht von Helge Schneider und auch ein Kinderkonzert hat er noch nie gespielt. Und wird er auch nicht: „Das braucht man nicht. Damit werden Kinder meines Erachtens in so eine Kinder-Schublade gesteckt.“ Anhand seines Nachwuchs‘, könne er schon ganz gut ablesen, was sie wirklich gut finden, sagt er. „Wenn Kinder selbst singen, ist das okay, aber als Erwachsener muss ich keine Kinderlieder singen, um sie in meine Konzerte zu lotsen. Die kommen schon auch so, weil sie wollen ja die Welt der Erwachsenen kennenlernen.“

Helge O-Ton: Ready for the show

 

„Wer jetzt 'ne Karte kauft, der hat die Karte“ (Helge Schneider) – am 14.07.2017 in der Waldbühne Berlin, www.helge-schneider.de

Text und Fotos: Eva Maria Schneider

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