Hinter die Kulissen bei Etsy geschaut: Petiti Panda

Handgemachtes aus Herzblut und Plüsch: Das ist Petiti Panda. Stofftiere gibt es wie Sand am Meer. Kuschelig weiche und handgemachte aus wertvollen Materialien aber sind rar. In dem Etsy-Shop Petiti Panda bekommt man genau das. HIMBEER hat die Spielzeugdesignerin Kerstin Bauer in Dresden besucht und erfahren, was es ihr bedeutet, schöne Produkte zu kreieren und was eine mürrisch dreinblickende Katze mit all dem zu tun hat.

Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda in Dresden, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

© Franziska Russo

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Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda in Dresden, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

© Franziska Russo

Ein länglicher, gebogener Flur, hellbraune Dielen, weiß lackierte Flügeltüren. Puristisch eingerichtet ist es hier, in Kerstin Bauers Wohnung. Zwei massive Holzschränkchen, ein Bücherregal, an den Wänden Bilder. „Früher habe ich gerne Collagen gemacht“, sagt die Bewohnerin und zeigt dabei auf einen Bilderrahmen links an der Wand neben der großen Flügeltür. „Das hier ist ein altes Foto meiner Oma, und dies hier die Nahaufnahme einer Decke, die mich an sie erinnert“, sie fährt liebevoll mit dem Finger über die einzelnen Teile des Kunstwerks.

Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER MagazinHinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

Künstlerisch gearbeitet hat die zweifache Mutter schon so lange sie denken kann. Heute designt die geborene Dresdnerin Spielzeug. Bei ihr gibt es ein plüschiges, warm lächelndes Faultier als Spieluhr oder Wärmflasche, ein kunterbuntes Chamäleon mit großen runden Augen und noch viele andere Tiere, gezähmt und verplüscht. Die handgefertigten Unikate verkauft sie seit mehreren Jahren auf der Online-Plattform Etsy. Ein kleiner roter Pandabär – das ist das Logo ihres Labels Petiti Panda. „Meine Tochter hat sich damals den Namen ausgedacht und auch das Logo entworfen“, erklärt die Designerin.

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Technischer Durchblick, Gefühl und gute Ideen
Das Atelier ist ein heller Raum am anderen Ende des Flures. Auch hier herrschen Klarheit und Struktur: „Ich brauche die Ordnung, freie Räume und Platz, das ist ganz wichtig für mich“, erklärt Kerstin Bauer. Seit fünf Jahren entstehen an diesem Ort Designerstücke für Kinder und Erwachsene. Es war ein persönlicher Traum, den sich die Gründerin damit erfüllte. Den Wunsch Grafik und Malerei zu studieren, hegte sie schon damals zu DDR-Zeiten – also absolvierte sie neben der Ausbildung ein Abendstudium an der Dresdner Kunsthochschule.

Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

Heute sieht die gelernte Facharbeiterin für Mikroelektronik ihre ursprüngliche Ausbildung von einer neuen Perspektive: „Ich habe so viel gelernt, was ich jetzt verwende. Dank des technischen Durchblicks, kann ich alles selbst machen.“ Nach der Wende arbeitete sie in der Dresdner Puppenmanufaktur und für Steiff und Sigikid. „Das Design aus Textilien war plötzlich eine neue Herausforderung“, erinnert sie sich. In ihrer Vita verbinden sich Handwerk und Kreativität: „Man denkt anders und hat dadurch wunderbare Ideen.“

Eine Idee ihrer erwachsenen Tochter Franziska war vor ein paar Jahren der Durchbruch von Petiti Panda. Ihr fiel der Hype um die „Grumpy Cat“ in den Social Media Kanälen auf. Eine Amerikanerin vermarktete im Internet ihre Katze. Franziska war sich sicher: Die Umsetzung der Katze als Plüschtier wird der Durchbruch des Online-Shops. Zwei Wochen lang machte Kerstin Bauer unzählige Versuche, das Gesichtsteil umzusetzen. Immer wieder führte sie das Tier ihrer Tochter vor, bis die beiden letztlich begeistert waren. „Wir haben die Grumpy-Plüschkatze in den Online-Shop gestellt und dann ging das Schlag auf Schlag.“ Bereits in der ersten Nacht war die erste Bestellung aus Amerika da. Später reiste die Dresdner Katze „Made in Germany“ bis nach Hawaii und Haifa. Ja, sogar auf ein Schiff der U.S. Army vor der japanischen Küste: „Ich habe dann immer auf der Weltkarte verfolgt, in welche Städte es meine Tiere verschlagen hat“, schmunzelt die Mutter von Zwillingen.

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Eine Beraterin des Vertrauens
Als der Etsy-Shop anlief, übernahm Tochter Franziska für das ganze erste Jahr die englischsprachige Kunden-Korrespondenz. Jetzt macht die Gründerin das selbst, dafür nimmt sie extra Englischstunden. Nach wie vor ist Franziska, die als Biologin arbeitet, ein wichtiger Teil von Petiti Panda: „Wir kommunizieren eigentlich immer“, erklärt Kerstin Bauer, „wenn ich einen neuen Prototypen für ein Spielzeug entwerfe, zeige ich die Idee zuerst meiner Tochter. Ist sie begeistert, geht es zum nächsten Schritt.“ Mutter-Tochter-Teamwork also. „Es ist so super, dass sie mir unter die Arme greift. Sie hat immer gesagt: Das wird toll, du musst Geduld haben, mach das!“, strahlt Kerstin Bauer.

Vom Esstisch aus blickt man durch den lichtdurchfluteten Wintergarten hindurch bis auf die Elbe. „Ich lebe gern hier in Dresden“, sagt die Sächsin, während sie nach draußen schaut. „In der Innenstadt würde ich nicht wohnen wollen, wo es kaum Bäume gibt und nur Abgase.“ Hier, ein Stück abseits des Trubels, ist es grün und ruhig. Vielleicht ist es gerade die Nähe zur Natur, die die Spielzeugdesignerin inspiriert.

Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

Schließlich entwirft sie am allerliebsten Tiere. Zuerst zeichnet sie Skizzen, bevor diese auf ein großes Papier in Originalgröße übertragen werden. Daraus entstehen dann die Prototypen. „Ein gutes Design zu entwerfen heißt, eine abstrakte Idee zu haben, bei der man etwas erkennt, obwohl es in der Natur gar nicht haargenau so aussieht. Wenn das dann auch noch so umgesetzt wird, dass Menschen es ins Herz schließen – das finde ich eine ganz spannende Sache“, erklärt sie enthusiastisch.

Bei Spielzeug lohnt sich der genaue Blick
Das große Faultier und der Petiti Panda-Neuling, ein weißer Affe, teilen sich das Sofa im Foto-Zimmer. Hier im Raum neben dem Atelier ist Platz zum Fotografieren der fertigen Unikate. Durch die große Fensterfront ist das Zimmer schön hell, in einem Schrank neben der Tür lagern die Stoffbahnen. Dass Kerstin Bauer genau weiß, woher die Materialien kommen, ist ihr besonders wichtig: „Ich kenne die Lieferanten und weiß auch wie die Hersteller arbeiten“, erklärt sie. Die Designerin verwendet unter anderem Baumwoll-Plüsch und Bio-Schafswoll-Plüsch aus Deutschland. Von der ersten Skizze bis zum letzten Faden macht sie alles selbst: „Ich lege für meine Produkte die Hand ins Feuer. Es fließt so viel Herzblut rein, das ist ein Teil von mir. Ich würde leiden, wenn ich die Produktion an Nähereien abgeben würde“, betont Kerstin Bauer, die sich selbst als Perfektionistin bezeichnet.

Hinter den Kulissen von Etsy: Atelierbesuch bei Kerstin Bauer von Petiti Panda, die wunderbare Stofftiere für Kinder produziert | HIMBEER Magazin

Gerade bei Spielzeug für Kinder sei es wichtig, dass Eltern auf die verwendeten Materialien achteten und auch darauf, wie diese verarbeitet sind. Vor allem müssen die Sicherheitskriterien erfüllt sein, betont die Fachfrau. Bei Stofftieren heißt das, dass Augen und auch Nase mit Federkernscheiben gesichert sind, also sogenannte „Sicherheitsaugen“ verwendet wurden. So könnten sich die kleinen Teile nicht lösen, erklärt sie weiter. Auch sollte am Aufziehfaden einer Spieluhr nicht nur eine kleine Kugel angebracht sein, da diese leicht verschluckt werden kann. „Immer mehr Leute geben mehr Geld für gute Spielsachen aus“, beobachtet die Designerin. „Und sie schätzen, dass ich das selber mache.“

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Auf dem Weg zur Haustür liegt der große Flur, an der Wand hängt die Collage. „Petiti Panda wird es immer geben, bis ich mal am Krückstock gehe“, sagt Kerstin Bauer lächelnd. Sie sei ein absoluter „Durchbeißer-Typ“. „Es werden noch tolle Sachen kommen.“ Schmetterlinge schwebten ihr schon länger vor, verrät sie. Mit Faltern beschäftigt sich auch ihre Tochter Franziska als Biologin. Die Inspiration wird dem Mutter-Tochter-Team bestimmt niemals ausgehen.

Text: Eva Maria Schneider, Fotos: Franziska Russo

Sponsored: Dieser Artikel ist in Kooperation von Etsy und HIMBEER entstanden.

1 Kommentar

  1. Wunderbare Ideen! Weiterhin viel Erfolg! Bestimmt zieht bei uns mal ein weißes Äffchen oder ein Faultier ein... :o)

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