7 Fragen an... Lilija und Nadja von Pepe&Nika

Zwei Frauen, zwei Kinder, ein Plan. Nadja und Lilija haben mit Pepe&Nika den ersten Styleguide für Kindermode zusammenerstellt. Wie sie dazu gekommen sind und was sie sonst gerne in der Stadt mit ihren Kindern unternehmen, erfahrt ihr im Interview.

Pepe&Nika-Konfetti-Shoot

© Delia Baum | www.deliabaum.de

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Diese zwei Frauen, Nadja und Lilija, haben den Berlin-Spirit gespürt und daraus den ersten Styleguide für Kinder entwickelt. Trendige und nachhaltige Mode bewegt den heutigen Zeitgeist, und zahlreiche Labels für ausgefallene Kids Fashion wurden in den letzten Jahren in Berlin gegründet. Pepe&Nika Little Apparel stellt eine Auswahl an internationaler Kinderkleidung zusammen, aber auch unbekanntere und alternative Labels sind zu finden. Bei Pepe&Nika können sich Eltern einen Überblick über die aktuellen Modeakteure und auch über deren Geschichten machen.

Die persönliche Geschichte von Nadja und Lilija ist ebenfalls spannend. Beide Frauen sind Mütter aus Berlin. Nadja ist sogar eine waschechte Berlinerin. Sie wohnt mit ihrem dreijährigen Sohn Pepe im kinderreichen Prenzlauer Berg in einer kleiner Wohnung. Die studierte Sozialwissenschaftlerin ist aber auf keinen Fall eine Lokalpatriotin. Sie schreibt gerne Texte und interessiert sich leidenschaftlich für Mode und Design.

Lilija lebt erst seit sieben Jahren in Berlin. Mit krim-tatarisch-litauischen Wurzeln spricht die studierte Managerin fließend vier Sprachen. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter Nika fühlt sich die kosmopolitisch interessierte Lilija in Berlin bereits sehr zu Hause. Dieser Hintergrund hilft ihr bei der Produktauswahl vieler internationaler Marken für Pepe&Nika.

Welche Orte Nadja und Lilija in Berlin gerne mit ihren Kindern aufsuchen, um einen freien Tag zu verbringen, was ihnen in Erziehungsfragen wichtig ist und was sie gerne für ihre Kinder kochen, haben uns die beiden im 7 Fragen-Interview verraten.

Was habt ihr euch ganz anders vorgestellt, bevor ihr Kinder hattet?
Lilija: Ich habe den Schlafmangel ganz anders eingeschätzt. Das erste Jahr war auch gar nicht schlimm, sicherlich durch den Einfluss der Hormone, aber der Schlafmangel ist nach einem Jahr noch lange nicht vorbei! Auch dass meine Arbeits- und Freizeit für mich so wertvoll wird, hätte ich nicht gedacht, da zähle ich ja jede Minute. Und ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich zu so einer grenzenlosen Liebe fähig bin…
Nadja: Ich hatte nicht gedacht und nicht erwartet, dass ein Kind bekommen und mit ihm sein Leben zu teilen so viel mit mir macht und mich so verändert. Ich bin viel ruhiger und gelassener geworden. Ich schlafe besser und lerne so viel über mich selbst. Das ist eine großartige Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte.

Wie würdet ihr euren Erziehungsstil beschreiben?
Nadja: Mein Sohn und ich haben einen strukturierten Alltag, der allerdings auch oft durch das Hin und Her zwischen Mama und Papa durcheinander gewirbelt wird. Es gibt klare Gos wie Zähneputzen, Danke sagen, usw. und klare No-Gos wie Hauen, Schimpfen oder Nachtisch vor dem Mittag. Und wie es manchmal so ist, das Herz weich oder der Kopf voller Zeug, die Mama gibt nach und das Kind testet Grenzen. Kommt es zum Konflikt, wird dabei aber viel erklärt und geredet, soviel wie ein Kinderkopf eben aushält und dann ist auch schnell wieder alles gut. Ich würde sagen, mein Sohn und ich haben einen transparenten, offenen und klaren Zugang zueinander. Verhandeln ist durchaus erwünscht, solange Grenzen eingehalten werden und der ganz normale Alltag nicht aus den Fugen gerät.
Lilija: Ich weiß gar nicht, ob ich einen Erziehungsstil habe. Ich handele aus dem Bauch heraus und die einzige Regel, die ich für mich gesetzt habe, ist meinem Kind einen klaren Rahmen zu geben und die Grenzen aufzuzeigen. Ich bin mir sicher, dass das dem Kind Sicherheit für sein Handeln gibt. Ansonsten versuche ich alles zu erklären und dabei in die Augen zu schauen, damit mein Kind das Gefühl hat, mitgehen und mitentscheiden zu dürfen. Ich habe schon ganz viele Konfliktsituationen so lösen können. Das ist ein schönes Gefühl!

Was tut ihr am liebsten, wenn ihr mal ohne Kinder seid?
Lilija: Ich arbeite. Aber ich nehme mir ab und an frei, ganz für mich allein, und dann ab in ein Spa-Hotel! Das ist sehr selten, aber wunderschön! Ich erhole mich, schöpfe Kraft, ich genieße einfach das Alleinsein. Das ist meine einsame Oase,wo ich immer wieder zurück gehe und Energie tanke.
Nadja: Am liebsten mache ich nichts und genieße die Ruhe in meinen Ohren. Keine Endlosfragen mehr, kein Hilferuf, weil das Puzzleteil nicht passt oder das Kuscheltier nicht auffindbar ist. Es ist ein bisschen wie auf Pause drücken. Dann freue ich mich, für mich zu sein, Zeit für Pepe&Nika zu haben oder mich mit Freunden zu treffen, ohne dass einer dazwischen quatscht, und genieße es im Sommer auch nach 20 Uhr draußen zu sein. Wenn ich mich dann kurz erholt habe, möchte ich aber auch gleich wieder auf Play drücken, dann ist die Sehnsucht groß und ich fahre über beide Ohren strahlend zum Kindergarten.

Was finden eure Kinder richtig blöd an euch?
Nadja: Wenn der kleine Mann nicht bekommt, was er sich ausgeklügelt in den Kopfgesetzt hat. Dann ist die Mama natürlich doof und darf die Argumentationskette eröffnen.
Lilija: Sicherlich meine strenge Seite. „Nein“ heißt eben „nein“ und da führt kein Weg vorbei. Das findet meine Tochter richtig blöd. Manchmal werde ich aber auch weich und werde dann mit leuchtenden Augen belohnt, wenn doch unerwartet noch eine Folge von „Mascha und der Bär“ geschaut werden darf!

Was ist das Schönste am Leben mit Kindern?
Lilija: Dass man an seine Grenzen kommt und sich weiter entwickelt. Dass man sich ganz fallen lassen und selbst wieder Kind sein kann.
Nadja: Ein unerwartetes Kompliment: „Mama, was hast du für ein schönes Kleid an!“, der Kuschel-Überfall am Morgen, über alberne Dinge lachen zu können und in strahlende Kinderaugen zu schauen.

Was ist euer liebstes Familien-Rezept?
Lilija: Mein Omelett! Das lieben einfach alle in unserer Patchworkfamilie. Damian, der Sohn von meinem Partner, ist der größte Fan! Zwiebeln und Speck in die Pfanne, Eier mit etwas Milch und Mehl zum besseren Binden schlagen und dazu geben, Deckel drauf, einmal wenden und schon fertig! Gewürzgurken und Salat als Beilage – ein Traum und passt auch noch zu jeder Jahreszeit!
Nadja: Hefeklöße mit Vanillesauce. Für Süßschnäbel wie mich und meinen Sohn genau das Richtige.

Was sind eure Lieblingsempfehlungen für Unternehmungen?
Nadja: Ganz klar das Labyrinth-Kindermuseum in Wedding. Gerade wenn es draußen frisch und dunkel wird, ist die ausgebaute Fabrikhalle eine gelungene Mischung aus lernen, toben und kreativ sein dürfen. Momentan dreht sich hier alles um das Thema Stadt und Stadtentwicklung. Hier dürfen Türme gebaut, auf Straßen gefahren und sich in Häusern versteckt werden. Eltern können hier entspannt einen guten Kaffee genießen und ihre Kinder auf dem großen Hallensaal beobachten, wie sie mit Rädern und Tretautos hin- und herfahren und Ampeln umdrehen. Auf der Galerie
darüber bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam mit Kind auf Entdeckungsreise zu gehen, Technik auszuprobieren oder sich kreativ auszutoben.
Lilija: FEZ Wuhlheide ist unser Lieblingsziel an unserem Familien-Sonntag. FEZ fetzt: Es ist drinnen und draußen, für Große und für Kleine, nie zu voll und dazu auch noch im Grünen.

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