7 Fragen an... Karin Lubenau

Märchenhafte, feministische und wirklich schöne Zeichnungen entstehen aus der Feder der Illustratorin und Mutter Karin Lubenau, die wir für äußerst gut befunden haben. Wir wollten mehr über die quirlige Rheinländerin erfahren und haben ihr unsere sieben Fragen gestellt.

Karin-Lubenau-Portrait

© Karin Lubenau

Karin Lubenau ist freie Illustratorin und Mutter von zwei Kindern (vier und sieben). Sie wuchs in dem 200-Einwohner-Dorf Huisberden am Niederrhein auf und studierte anschließend visuelle Kommunikation in Hannover. Jetzt ist sie 38 und lebt seit 2007, mit ihrem Mann, dem Nachwuchs und Katze Frau Mau in Berlin-Neukölln.

Karin Lubenau blickt bei ihrer Arbeit auf das Skurrile, das Kleinteilige und Alltägliche. Sie mag schicke Jungs und starke Mädchen und auch umgekehrt. Außerdem hat sie etwas gegen festgefahrene Rollenklischees und vorgefertigte Gedankengänge einzuwenden.

 

 

In ihrer aktuellen Serie  "Mit ohne Rosa" sind Mädchen als freie, Jungssachen-machende Individuen abgebildet. Mit Blumen im Haar wird Skateboard gefahren oder verschmitzt zwinkernd in der Nase gebohrt. Postkarten mit der Aufschrift "Feeministin" oder "Mit dir kann man Einhörner stehlen" gehören ebenfalls in die großartige Kollektion. Die gibts übrigens im Internet auf mitliebegemacht.de.

Die Rheinländerin bezeichnet sich selbst als Jägerin und Sammlerin, die das bunte und laute Leben mit Kindern liebt. Ihren Erziehungsstil hat sie uns sehr ausführlich beschrieben, und von dem kann man sich bestimmt etwas abgucken! Noch mehr über sie und ihr Familienleben erfahrt ihr im Interview.

 

Was hast du dir ganz anders vorgestellt, bevor du Kinder hattest?
Die Vereinbarkeit von Familie und Job. Es ist gar nicht so einfach eine Partnerschaft zu pflegen und dabei die Selbstfürsorge nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Wie würdest du deinen Erziehungsstil beschreiben?
Ein ständiger Versuch von Gelassenheit und Kommunikation auf Augenhöhe. Beziehung statt Erziehung. Ich möchte ein Vorbild sein an Lebensfreude und Kreativität und zeigen, dass Frauen auch Löcher in die Wand bohren, bauen und Fahrräder reparieren können. Ich rate dazu, bei Alltagsaufgaben laut Musik zu hören und mitzusingen! Langeweile, der Nährboden aller Fantasie, genießen und aushalten.

Ich versuche, authentisch zu sein, das heißt, dass ich auch mal die Nerven verliere, mir dann aber nicht zu schade bin, um mich zu entschuldigen. Auch frage ich die Kinder um Rat, wenn ich selbst mal nicht mehr weiter weiß, zum Beispiel wie wir morgens gut gelaunt und pünktlich aus dem Haus kommen sollen. In dem Fall erkenne ich, dass auch die Kinder keine Lösung kennen.

Ich empfehle, die Hände in die Erde zu stecken (wir sind glückliche Schrebergärtner), sich beim Nase bohren zu verlieren, die Kinder auf die Bäume zu scheuchen und Freiheitsmomente zu ermöglichen, für die Kinder und für mich. Da ist noch eine Menge Luft nach oben. Stadtkinder sind ständig unter Beobachtung. Wenn ich mich zurückhalte auf dem Spielplatz, kommt garantiert ein anderes Muttertier und erklärt meinem Kind, wie spielen geht (zum Beispiel die Rutsche nicht hochlaufen) – so ein Quatsch.

Dann versuche ich auszuhalten, nicht einzugreifen und einfach mal aufs Handy zu schauen und das Kind seine Erfahrungen machen zu lassen – als hätte ich es nicht gesehen. Oder ich freue mich, wenn der sehr zurückhaltende Sohn mal austeilt – dann schaue ich schmunzelnd aufs Handy, aber nicht zu viel …  nicht einfach. Ich übe noch.

 

Was tust du am liebsten, wenn du mal ohne Kind bist?
Auf dem Flohmarkt nach Schätzen suchen. Ich bin ein Jäger und Sammler. Als Kind bin ich mit den Taschen voller wundervoller Dinge herumgelaufen.

 

Was finden dein Kinder richtig blöd an dir?
„Quassel nicht so viel“, sagt meine Tochter wenn ich mich mal wieder festgequatscht habe und sie warten muss. Mutti ist halt Rheinländerin.

 

Was ist das Schönste am Leben mit Kindern?
Das bunte, laute Leben und das Eis-Essen. Außerdem ist es toll, wie viele neue Menschen wir durch die Kinder immer wieder kennenlernen. Menschen, die zu unseren Freunden geworden sind.

 

Was ist euer liebstes Familien-Rezept?
Falafel. Da alle ihn sich so bauen können, wie sie ihn gerne mögen. Das heißt, die Einzelteile kommen auf den Tisch und jeder entscheidet, was für eine Soße oder welchen Salat er gerne möchte.

Die Falafelmischung aufgießen, ziehen lassen und anschließend frittieren. Ich frittiere meist noch ein wenig aufgeschnittenen Tofu und ein bis zwei Kartoffeln mit. Salat, Gurken, Tomaten etc. werden geschnippelt und in Schüsselchen auf dem Tisch angerichtet. Den Humus als Beilage kauf ich einfach fertig. Für die Erdnusssauce wird das Erdnussmus mit Sojamilch oder ähnlichem gestreckt und eine halbe, klein gehackte Zwiebel, ein Spritzer Limettensaft, Salz und Pfeffer hinzugefügt.

 

Was sind eure Lieblingsempfehlungen für Unternehmungen?
Raus gehen! Wir sind im Besitz eines kleinen Schrebergartens. Das ist unser Ausflugziel Nummer eins – dort wird sich mit Freunden getroffen, Essen über dem Feuer gemacht, gegärtnert und gebaut. Darüber hinaus hat Berlin tolle Parks und viel Grün. Zum Beispiel den Park am Gleisdreieck, das Tempelhofer Feld, die Hasenheide oder den Plänterwald – gerne mit dem Rad und ohne Zeitplan.

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