7 Fragen an... Elise Opezzo-Burger

Elise Opezzo-Burger ist nicht nur Mutter von zwei Jungs, sondern auch Entwicklerin der coclico Möbel, die sich individuell an die Bedürfnisse der Kinder anpassen lassen. In unseren 7 Fragen erzählt sie uns, wie sie zum Designen einer eigenen Möbellinie kam.

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© Stefanie Noack

Elise Opezzo-Burger hat bereits ein sehr buntes und bewegtes Leben hinter sich. Mit gerade mal 18 Jahren wagte sie einen großen Schritt und zog von der Normandie, genau genommen Caen, nach Bayern. Aufgrund ihres familiären Hintergrundes, ihr Uropa stammt aus Italien, ihr Opa aus Spanien, ist sie an vielen Orten in Europa zu Hause.

Nach ihrem Abitur in Frankreich arbeitete sie zunächst als AuPair in Deutschland. Nach diesen sechs Wochen gab es für sie viele Gründe zu bleiben: das Land, die Selbstständigkeit und auch das Herz – heute ist sie verheiratet und hat zwei Söhne, die siebeneinhalb und sechs Jahre alt sind.

7 Fragen | Berlin mit Kind

In Aschaffenburg studierte Elise Opezza-Burger Wirtschaft und Recht und baute dort ihre Fremdsprachenkenntnisse aus, danach lockte sie die größere Stadt Frankfurt am Main. Dort arbeitete sie in einer internationalen Unternehmensberatung als "Human Resources Business Partner" und wagte die ersten professionellen Schritte.

Schon da hatte sie die erste Begegnung mit dem Thema "Alternativ-Pädagogik" und sie begann, über die Werte, die ihr von ihrer Familie liebevoll vermittelt wurden, nachzudenken.

Auch nach dem beruflichen Wechsel zu einer internationalen Nachrichtenagentur, wo sie mit viel Freude arbeitete, blieb das Thema Pädagogik immer im Hinterkopf. Schließlich begann sie sich mehr und mehr damit auseinanderzusetzen und tiefer einzusteigen.

7 Fragen | Berlin mit Kind

Im Herbst 2011 wurde ihr erster Sohn geboren. In ihrer Elternzeit absolvierte sie zwei Ausbildungen: Zum einen das Montessori-Diplom und zum anderen "Kinder Neu Sehen Lernen" nach Steiner und Pikler. In beiden Richtungen sammelte sie viele neue Erkenntnisse, doch ihr Herz schlug immer für die Philosophie von Montessori. Hier wird sich nicht nur auf das Material und die Umgebung bezogen, sondern auch auf die Haltung des Erwachsenen gegenüber seines Kindes und um die Aufgabe als Mensch.

7 Fragen | Berlin mit Kind

Diese beiden Ausbildungen inspirierten sie dazu, einen Raum zu eröffnen, für Babys, Kinder und auch Erwachsene. In diesem sollte die Umgebung an die Bedürfnisse der Kinder angepasst und nach der Philosophie Montessoris vorbereitet sein. Auch sollten achtsame Eltern-Kinder-Gruppen (oder auch ohne Eltern) Teil des Programms sein. Als es darum ging, die Inneneinrichtung zu planen, hat sie keine Möbel gefunden, die den Bedürfnissen der Kinder und ihren Vorstellungen entsprochen haben. So kam es, dass sie zusammen mit dem Berliner Industrial Engineer Olaf Schröder eine eigene, von der Montessori inspirierte Möbellinie entwickelte: coclico.

Für die coclico Kollektion setzen sie auf innovative Naturmaterialien und arbeiten mit lokalen und regionalen Partnern sowie einer Behindertenwerkstatt zusammen, da ihnen inklusives Arbeiten sehr wichtig ist. Die Möbel sind nicht nur ästhetisch sehr schön, sondern auch sehr praktisch. Sie wachsen mit und sind sehr leicht, sodass sie selbstständig von kleinen Händen getragen werden können.

7 Fragen | Berlin mit Kind

Neben all diesen Tätigkeiten und ihrer Familie ist Elise Opezzo-Burger leidenschaftliche Sängerin, geht gerne schwimmen und zum Yoga. Wir haben der vielseitigen Mama unsere 7 Fragen gestellt!

 

Was hast du dir ganz anders vorgestellt, bevor du Kinder hattest?
An sich nicht wirklich viel oder gar Besonderes. Ich hätte nur nicht gedacht, dass ich so viel und intensiv Liebe auf eine ganz neue Art empfinden kann: sowohl geben als auch bekommen, und zwar bedingungslos.

Wie würdest du deinen Erziehungsstil beschreiben?
Einfach „mit dem Herzen“ und ich begegne meinen Kindern auf Augenhöhe. Ich möchte nicht behaupten, dass mir dies immer gelingt. Selbstreflektion und ein achtsamer Umgang mit sich selbst, nicht nur mit den Kindern, sind hierbei ein wesentlicher Bestandteil. Mir ist es wichtig, dass sie sich selbst „Eigenverantwortung“ aneignen und dies für sie eine Selbstverständlichkeit wird. Das ist der Grund, warum mir die Montessori-Philosophie so am Herzen liegt.

Was tust du am liebsten, wenn du mal ohne Kinder bist?
Zu 150% nach mir gehen, mein Radar „Verantwortung für andere“ ist auf „off“ geschaltet und dann mal schauen, was der Tag mit sich bringt.

Was finden deine Kinder richtig blöd an dir?
Na ja, die Liste könnte schon lang werden …
Zum Beispiel wenn meine Jungs in den Aufzug steigen und ich zu uns die Treppen hochrenne und dabei an jedem Stockwerk die Taste drücke, dass der Aufzug hält. Oder wenn ich alles wiederhole, was sie sagen und ich dabei singe. Oder wenn ich zu lange auf mein Handy schaue… zurecht!

Was ist das Schönste am Leben mit Kindern?
Dass ich jeden Tag staune, weil ich zum einen von meinen Jungs vieles über sie erfahre (es reicht auch „beobachten“), zum anderen über mich selbst.

Was ist euer liebstes Familien-Rezept?
Wir lieben es „pain perdu“ Sonntagsmorgens zu backen, als Vorgeschmack zu unserem Family-Sonntags-Brunch. Ich glaube, es heißt „arme Ritter“ auf Deutsch.

Was sind eure Lieblingsempfehlungen für Unternehmungen?
Der Wald! Im Wald steckt alles drin: zeitlos laufen, rennen, rufen, entdecken und spielen, danach ab ins warme und geborgene Zuhause und los mit einem Familienbrettspiel.
Neben Natur-Unternehmungen informiere ich mich meist, was es für Veranstaltungen gibt. Wie zum Beispiel das alljährliche Lesefest in Freiburg oder Kinderführungen in den verschiedenen Museen. Wir entscheiden gemeinsam: was, wie und wo.

 

Bildnachweise: © Stefanie Noack

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